Mirow – Mecklenburg-Western Pomerania (German)

Location: Mecklenburg-Western Pomerania
About this community: Mirow, nicht weit von Neustrelitz gelegen, hatte eine sehr kleine jüdische Gemeinde mit einer bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts geschlossenen Synagoge am Fischgang und einem Friedhof, der inzwischen nicht mehr existiert. Ein Gedenkstein erinnert noch an den Platz. Über eine jüdische Schule und eine Mikwe ist nichts bekannt. Zur Zeit des Nationalsozialismus lebten in der Gemeinde nur noch wenige jüdische Einwohner: Familie Rosenberg hatte ein Konfektionsgeschäft und erfreute sich in Mirow großer Beliebtheit, weil sie großzügig war und vielen ärmeren Einwohnern geholfen hat. Familie Moses besaß am anderen Ende der Schloßstraße ein Hutgeschäft. In der Progromnacht 1938 wurde das Konfektionsgeschäft zerstört, der Besitzer Herbert Rosenberg als Strohpuppe dargestellt und als solcher aufgehängt, er selbst hatte fliehen können. Die Intervention einer Briefträgerin, Anna König, soll die Nazis daran gehindert haben, noch größere Zerstörung anzurichten. Das Gebäude der ehemaligen Synagoge wurde nicht zerstört. Herbert Rosenberg floh nach Südamerika, seine jüngere Schwester Ruth nach Israel. Einer ehemaligen Klassenkameradin gelang es in den 90er Jahren, mit ihr Kontakt aufzunehmen und sie zu einem Klassentreffen nach Mirow einzuladen. (Text zusammengestellt aus Fragebogen von 1998)